Kinder sind die WAHREN Helden auf Djerba- seien es die einheimischen Djerbischer NacktfroschKnirpse, die ihren Familien über alles gehen oder seien es die als Touristen auf die Insel kommenden Zwerge; überall werden sie herzlich willkommen geheißen. Nur allzu oft waren wir Zeuge und selber Nutznießer, daß auch der griesgrämigste, schweißgebadete Zöllner bei der Einreisepaßkontrolle am Flughafen Djerba eine Familie mit Kleinkind(ern) vorwinkt, damit diese rasch das nervige Schlangestehen hinter sich haben. Kinder dürfen auch im Basar ungehindert die schönsten und filigransten handgearbeiteten Glasobjekte begrabschen , ohne daß der Händler jammernd und polternd dazwischenpfeift. Und dabei wird (noch) keine Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gemacht, beide sind gleichermaßen beliebt.  
 Wenn Tunesien schon bei der Fußball-WM 2002 früh ausschied, dann werden sie eben demnächst Volleyball-Weltmeister! Die djerbischen Kinder, die teilweise nach europäischen Geschmack ziemlich ärmlich gekleidet - vor allem im Sommer - unterwegs sind, sind nicht wirklich "arm"; doch viele Mütter sind der Ansicht, daß es wenig nützt, die Kinder, die tagsüber meistens durch die Gegend stromern und im Sand spielen, manchmal auch mit den Anziehsachen ins Meer springen, herauszuputzen. Daher reichen für diese Stunden die abgetragenen Alltagsklamotten. Während der Schulzeit und zu den Familienfesten tragen die Kinder gepflegte Kleidung, auch, wenn in Tunesien ein Schulkittel Pflicht ist und es daher eigentlich mehr oder minder egal sein könnte, was darunter getragen wird. Die meisten Kinder laufen auch in der Freizeit barfuß - egal ob auf der Sandpiste oder auf heißem Asphalt, dies ist ihnen immer noch angenehmer als ständig den Sand aus den Schuhen kippen zu müssen. 

Da es in jedem Dorf auf Djerba eine staatliche Grundschule gibt, Im Kindesalter dürfen die Frauen noch offen Führungsrollen übernehmensind alle Kinder Schulbesucher. Mittags gehen viele von ihnen zum Mittagessen nach Hause oder zu nahe wohnenden Verwandten, um dann nochmals nachmittags Unterricht zu haben. Dafür fallen am Abend keine Hausaufgaben mehr an. Von vielen deutschen Kindern beneidet, haben die tunesischen Kinder von Ende Juni bis Ende September Sommerferien, was natürlich in der irrsinnigen Sommerhitze begründet ist, die ein konzentriertes Lernen fast unmöglich macht. 

Auch Kindergärten und Vorschulen gibt es auf Djerba, denn auch hier arbeiten immer mehr Mütter, die dann nicht die Zeit haben, ihre Kinder zu hüten. Doch natürlich werden viele Kinder auch im Schoß der Familie aufgefangen, wo sie im großen Familienverbund sozial gestärkt aufwachsen.