Nordafrikas Geschichte ist auch für Geschichtsmuffel ein interessantes Gebiet - es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon von Hannibal und seiner elefantösen Alpenüberquerung gehört hat, und Hannibal war sozusagen Tunesier! -, und gerade auf Djerba finden sich Spuren fast sämtlicher antiker Kulturen.

Das spanische Fort bei Houmt SoukSchon früh entdeckten die Phönizier, ein seefahrendes Volk, welches ursprünglich aus der Gegend des heutigen Libanon stammt, Djerba auf ihren Seefahrten durch das Mittelmeer. Hart bekämpft von den einheimischen Berbervölkern, eroberten sie die Insel und erbauten die ersten Handelsniederlassungen. Doch nach Hannibals Niederlage gegen die Römer übernahmen diese gleich die Herrschaft über Tunesien und auch Djerba. Es waren auch die Römer, die die noch heute gut erhaltene Straßenverbindung zum Festland, den Römerdamm, bauten. Nicht weit davon entfernt finden sich nur einige klägliche Überreste (die man ohne einen Ortskundigen gar nicht finden würde!) der ehemals blühendesten Stadt - Meninx.

Unter den Römern kam auch der Sklavenhandel so richtig in Schwung, und Djerba nahm eine zentrale Position als Marktplatz ein - geografisch äußerst günstig gelegen : für die Sklavenverkäufer, die ihre "Ware" aus Schwarzafrika durch die lybische Wüste bis hinauf ans Mittelmeer geschafft hatten sowie für die Aufkäufer, die meist aus den herrschenden römischen Familien stammten.

Natürlich verblieben einige der damaligen Sklaven auf Djerba, und ihre Nachkommen sind noch heute bunt durch die Bevölkerung gestreut und vermitteln uns Nordeuropäern wieder einen Hauch mehr von Afrika...