

Bereits im neunten Jahrhundert v. Chr. berichtete
Homer in seiner Odysee von einer lieblichen Insel, ihren honigsüßen
Früchten und gastfreundlichen Einwohnern. Odysseues konnte,
laut Homer, gar nicht zur Weiterfahrt bewegen. Er mußte
sie schließlich gewaltsam auf das Schiff zurückbringen
und an die Ruderbänke binden. ... Diese Insel soll wohl Djerba
gewesen sein.
Djerba
ist wohl lieblich im Frühling anzuschauen, wenn überall
kleine Blumen blühen und der laue Wind weht, doch wenn die
unerbittliche Sommersonne auf Palmenhaine, Olivenwälder und
die leeren Einöden brennt, verspüren nur noch wenige
diesen Zauber. Und doch gibt es viele Wiederkehr-Urlauber, die
berichten, diese einzigartige Mixtur aus orientalischem Märchenflair,
afrikanischen Einflüssen und Europas Modernität fänden
sie nur hier!
Mit 514 km² Fläche ist Djerba kleiner
als Berlin, daher ist eine Inselrundfahrt mit dem Taxi - oft angeboten
- wirklich lohnenswert und nicht teuer! Alle Orte auf der Insel
sind schnell erreicht:
Houmt Souk, die Inselhauptstadt, werden die meisten schon
beim Bustransfer vom Flughafen (der hoffentlich bald ausgebaut
werden wird!) zu der Hotelzone gesehen haben... ein geschäftiges
Treiben schon in den Straßen - doch schauen Sie unbedingt
in die SOUKS (das Marktviertel) hinein.
Midoun, der nächstgrößere
Ort in ca. 18 km Entfernung, liegt zwar nicht am Meer, doch hat
er sich in den letzten 5 Jahren sehr positiv entwickelt: moderne
Läden, lebhaftes Treiben und der freitags stattfindende "lybische
Markt", wo es wirklich alles zu kaufen gibt.Es gibt eine
breite Allee zur älteren Hotelzone, sehr hübsch bepflanzt
und gepflegt. In der Nähe Midouns liegt auch ein großes
Stadion sowie die neu gebaute Université, die dem Tourismus
gewidmet ist und junge Leute aus dem gesamten Maghreb anzieht
Eine djerbische Besonderheit sind
sicher die beiden jüdischen Städte, Hara Sghrira
('Kleines Dorf') und Hara La Ghriba
('Großes Dorf'), in welchem schon seit antiker Zeit jüdische
Djerbi unbehelligt von allen zeitumspannenden Querelen, Streitigkeiten
und Kriege weltweit zwischen Arabern und Juden leben. Leider wurde
dieses harmonische Zusammenleben stark getrübt durch das
von einem religiösen Irren verübte grausame Attentat
vom 11. April 2002. Seit diesem Tag achtet die tunesische Regierung
noch mehr auf die Sicherheit aller Besucher und Pilgerer.
In Ajjim
sind Fischer und Schwammtaucher anzutreffen. Mühselig und
teils gesundheitsschädlich tauchen hier junge Männer
noch ohne Sauerstoffgeräte nach den Schwämmen, die dann
auf den einheimischen Märkten verkauft werden.
Bekannt
aus Reiseführern und Erzählungen ist auch Guellala,
DIE Töpferstadt im Westen Djerbas. Im Gegensatz zu der auch
in Europa bekannten bunten Keramik aus Nabeul, die auch auf Djerba
überall verkauft werden, sind die Töpfer aus Guellala
auf das Herstellen von naturfarbener Gegenstände spezialisiert.
Es gibt kommerzielle Führungen, die natürlich die Touristen
zum Kauf von Vasen, Aschen-
bechern, Töpfen, Tellern und Tassen bewegen sollen. Der Ort
ist zu einigem Wohlstand gekommen und wird im wahrsten Sinne des
Wortes gekrönt von dem im Herbst 2000 eröffneten Museum, das auf einem Hügel
über der Stadt thront und dessen Besuch sich wirklich lohnt!